Wir sprechen regelmäßig mit Startups aus dem starting-business-Netzwerk und teilen Einblicke in Idee, Alltag und Vision. Dieses Mal haben wir im Dezember 2025 mit Langes Gemüseglück gesprochen. Das Team wird aktuell von starting business begleitet und ist außerdem in der Startup Expo ausgestellt.
—
Als allererstes: Wenn ihr euer Startup in einem Song beschreiben müsstet – welcher Song wäre es und warum?
Wir glauben dieser Song passt ganz gut. Der Song ist geerdet, naturnah und schlicht. Es geht um den Boden, der uns nährt und unsere Lebensgrundlage ist.
Wie kam es zur Gründung? Wer hatte die Idee und was war der Auslöser?
Mit eigenen Kindern begannen wir mehr auf eine gesunde Ernährung zu achten. So kam es, dass wir uns mit Lebensmitteln, deren Herkunft und Anbauweise sowie deren Verschwendung beschäftigt haben. Endresultat “Du bist nur so gesund, wie es Dein Boden ist”, denn nahezu alle Lebensmittel kommen aus dem Boden oder sind davon abhängig. Während eines Lean Startup Wettbewerbs vom Founders Fight Club kam es dann zur Idee, wie man sich gegen Lebensmittelverschwendung und für Bodengesundheit einsetzen kann. Durch positive Resonanz haben wir die Idee bis zur Gründung/bis heute verfolgt.
Erklärt eure Idee in einer schriftlichen Sprachnachricht – maximal 10 Sekunden lang
Kreislaufschließung und Ressourcennutzung vor Ort, um es allen zu ermöglichen und das Bewusstsein zu schaffen.
Welche Lösung bietet ihr für welche Zielgruppe an?
B2B: nachhaltige Abfallverwertung von Lebensmittelresten und Bioabfall für Unternehmen. Es ist ein Kompostierungs-Service von organischen Abfällen zu Wurmhumus vor Ort an.
Erzählt uns eine Erfolgsgeschichte aus eurem Startup Alltag – kann sowohl mit eurem Produkt als auch mit der Gründung zu tun haben?
Wir durften an dem World Living Soil Forum in Arles (Frankreich) teilnehmen und damit Teil einer Bewegung für gesunde Böden sein.
Was waren die größten Herausforderungen bei der Gründung? Woran seit ihr fast gescheitert und was habt ihr daraus gelernt?
Die Gründung ist immer ein Auf und Ab. Manchmal läuft es sehr gut und manchmal denkt man sich: “ Was mache ich hier eigentlich”. Einfach weitermachen ist das Wichtigste. Gelernt haben wir mit Rückschlägen oder Herausforderungen besser umzugehen. Auch als Familie haben wir für unsere „Work-Life-Balance“ einen guten Weg gefunden – was immer an erster Stelle stand.
Wie kam der Kontakt zu starting business zustande? Was hat sich seitdem konkret verändert?
Der Erstkontakt kam aufgrund des Antrags für das „EXIST-Gründungsstipendium“ zustande. Judith von Malottki von startingbusiness hat uns sehr gut beraten und bei der Antragsstellung begleitet. Außerdem hat sie uns mit einem unserer jetzigen Teammitglieder Moritz Thom vernetzt, wodurch die gute Zusammenarbeit entstanden ist.
Wie sieht euer Arbeitsalltag aus?
Wir haben keine geregelten oder festen Arbeitsstunden. Manchmal arbeiten wir morgens, manchmal Abends oder zwischendurch. Wir wechseln uns oft ab. Bei Neukunden-Terminen vor Ort, können wir auf unsere Familie zählen (die sich dann um die Kinder kümmern) sodass wir beide erscheinen können. Ich denke, so ein Lebensstil, wie wir ihn führen muss man mögen. Wir stehen jedenfalls voll dahinter.
Welche Pläne habt ihr für die Zukunft eures Startups? Und welche Vision treibt Euch dabei langfristig an?
Unsere Vision ist ganz klar: Boden gut. Alles gut. Und solange das den Menschen nicht bewusst ist und der Status unserer Böden sich nicht drastisch verbessert hat, werden wir daran arbeiten, weil es sich hierbei ja auch um die gesunde Zukunft unserer Kinder handelt. Die Pläne sind, sich so unternehmerisch zu entwickeln, dass wir Angestellte haben, aber auch, dass unser Verwertungssystem als Standard deutschlandweit bekannt ist und genutzt wird.
Welchen kleinen, aber goldenen Ratschlag würdet ihr anderen Gründer:innen mit auf den Weg geben — etwas, das ihr gerne früher gewusst hättet?
Netzwerk und Präsenz sind das A und O.
Jennifer & Vladyslav
