STARTUPS INTERVIEWED - Merit von eco:fibr im Gespräch über das Startup und ihren Weg von der Uni zur Gründung

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"Wenn man irgendwie Lust hat oder die intrinsische Motivation sich irgendwo einzubringen, irgendwo was in der Welt zu verändern, dann sollte man dem auch nachgehen. [...] Am Ende kann man in dem, was man abseits vom Studium macht, so unglaublich viel lernen", sagt Mitgründerin von eco:fibr Merit Ulmer in unserem Interview.

Habt ihr schon von eco:fibr gehört? In unserem neuen Format STARTUPS INTERVIEWED sprechen wir mit einem der Startups und Gründungsteams aus der Leibniz Universität Hannover über ihre Idee und ihren Weg von der Uni in die Selbstständigkeit. Den Anfang macht Merit von eco:fibr, dem jungen Startup aus Hannover, das sich selbst das Ziel gesetzt hat Abfall einen neuen Sinn zu geben - Turning Waste into Purpose lautet passend ihre Mission. Im Jahr 2017 noch unter dem Namen Musa Fibra gestartet arbeitet das aktuelle Team aus Merit Ulmer, Niklas Tegtmeier, Julian Kolbeck, Leon Stein, Inessa Prozorova, Michelle Spitzer, Katja Meyer, Tabea Fleischhammer, Ann-Cathrin Burk und Daniel Elgert an der Produktion von Zellstoff aus Ananaspflanzen und schützt so die Wälder in Costa Rica. Klingt richtig gut, aber auch ambitioniert. Wie kommt man überhaupt darauf?

Angefangen als Projekt der studentischen Initiative enactus Hannover zur Verwertung von exportungeeigneten Bananen aus Costa Rica in Textilien, änderte sich das anvisierte Problem beim ersten Besuch im Land. Die Entsorgung von Ananaspflanzenresten stellt dort ein enormes ökologisches und ökonomisches Problem dar, bei welchem das Team fortan die Landwirte unterstützen wollte. Im Zentrum steht für das Team von eco:fibr dabei tatsächliche Mehrwerte für Umwelt und Gesellschaft zu schaffen. In den vergangenen Jahren gelang es den Gründerinnen und Gründern nebem ihrem Studium aus den problemverursachenden Abfällen der Ananas-Produktion in den Laboren der Leibniz Universität einen qualitativen Zellstoff herzustellen. Gleichzeitig nahmen sie an den Programmen des Social Innovartion Centers und des Hafven Accelerators Teil und machten auch in unternehmerischer Sicht - vor allem in Bezug auf das Geschäftsmodell - enorme Schritte nach vorn. Dies wurde auch mit dem Gründerstipendium der NBank und des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung belohnt. Heute ist eco:fibr Teil der Farm Food Climate Challenge von Project Together und bezieht dort zusätzliches Expertenwissen für die Gründung Ihres Startups. Außerdem steht der nachhaltige Prozess zur Zellstoffgewinnung aus Ananaspflanzenresten und die technische Realisierung einer Pilotanlage am Standort Costa Rica beginnt am Horizont in Sichtweite zu kommen.

Bei uns im Interview haben wir Merit gefragt:
Wie sieht eure Zeitplanung aus, wie sieht die Roadmap aus für die Zukunft?
Also wir wollen Ende des nächsten Jahres auf jeden Fall unsere Pilotierung fix geplant haben, so dass wir nur noch starten müssen. Das passiert wie gesagt entweder in Costa Rica oder Deutschland mit einer eigenen Anlage oder einem Dienstleister. Erstmal müssen wir natürlich noch eine kleinere Menge, so 10-50 Tonnen Zellstoff herstellen, so dass ein Papierhersteller wirklich sagen kann, ich kaufe davon 10.000 Tonnen, so dass wir dann starten können mit der Großproduktion.

In wie weit habt ihr das Gefühl, dass der Standort Hannover euch eine gute Grundlage gegeben hat?
[...] Also Hannover ist jetzt gerade ein bisschen meine Wahlheimat geworden. Ich komme ursprl. aus Duisburg. Aber ich finde gerade auch die Uni gibt uns super viel. [...] Seit Anfang an bekommen wir Unterstützung durch das Institut für technische Chemie, deren Labore wir benutzen können. Auf der anderen Seite sind wir eben diese verschiedenen Programme durchlaufen - von hannoverimpuls haben wir auch schon einige Sachen in Anspruch genommen. Wir haben mit euch schon einige Gespräche geführt. Also es gibt schon definitiv einiges, was man in Hannover an Unterstützung bekommen kann und das finde ich auch richtig super. [...] Gerade, wenn so Incubatoren und Accelerator noch mehr zusammen arbeiten und vielleicht noch ein paar neue Möglichkeiten entstehen, sehe ich da Hannover auf jeden Fall auch als guten Hotspot - gerade hier in der Nordregion.

In wie weit hat euch das Thema Corona-Pandemie getroffen? Wie seid ihr damit umgegangen?
Wir konnten 4-5 Monate nicht ins Labor, was jetzt gerade für uns teuer zu tragen kommt. Wir hängen mit dem Labor etwas hinterher, obwohl wir währenddessen ja im Hafven Accelerator Programm waren und da total Fahrt aufgenommen haben auf Business-Seite. Und [wir] müssen jetzt im Labor wirklich noch einige Sachen machen. Und das hat uns da schon ein bisschen aus der Bahn geworfen. [Wir] können jetzt allerdings da gerade ganz gut durchstarten. [...] Auf der anderen Seite ging es auch eigentlich. Es hat remote alles ganz gut geklappt. [...] Auf Business-Seite war das tatsächlich eher positiv als negativ, denn gerade mit dem Online-Studium kann man ein Startup-Leben viel besser managen, als wenn man noch zu den Vorlesungen hinfahren muss.

Aus deiner Sicht jetzt gibt es irgendeinen Tipp, den du Leuten geben möchtest, die jetzt in der Situation sind, in der du vor drei Jahren warst?
Wenn man irgendwie Lust hat oder die intrinsische Motivation sich irgendwo einzubringen, irgendwo was in der Welt zu verändern, dann sollte man dem auch nachgehen. [...] Am Ende kann man in dem, was man abseits vom Studium macht, so unglaublich viel lernen [...].

Das digitale Interview in voller Länge gibt es als Video auf unseren Social Media Kanälen bei Facebook und Instagram zu sehen. Wenn ihr noch Fragen an eco:fibr oder uns haben solltet, schickt gerne eine Nachricht über die Social Media Kanäle direkt an eco:fibr oder uns oder schreibt eco:fibr (Kontakt unten) oder uns eine Mail an info@remove-this.starting-business.de.

STARTUPS INTERVIEWED zeigt euch interessante Gespräche mit Gründerinnen und Gründern aus der Leibniz Universität Hannover über ihre Startups und deren Idee, aber auch zum Thema Selbstständigkeit aus der Uni-Laufbahn als Studierende bzw. wissenschaftlich Mitarbeitende heraus.

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